KunstForsch_SNS

Redaktion SuedNiederSachsen

... bitte mischen Sie sich mit Ihrem pro + contra bei uns ein ...
... stellen Sie eigene Beiträge in unsere Diskussionskultur ...
... melden Sie Ihre Veranstaltung o.a. der Redaktion unter ...
---
... die Bestandsaufnahme (wird fortgesetzt) nach Datum fortlaufend ...
... unter KunstForsch verstehen wir ... siehe Impressum ...



. 24. Feb. ... wie kann oder soll ? ! die Visitenkarte eines Künstlers ausehen ?
. 08. Feb. ... im Fridericianum imaginäre Räume ? vom Analogen zum Digitalen
. 04. Feb. ... a new exhibition in Göttingen explores the limits of Selbstnostalgie
. 01. Feb. ... der digitale Klebstoff: Collagen heute und ihre tiefere Bedeutung
. 20. Jan. ... Hund und Kunst, geht das ? ein Foto vom Rundgang an der UdK Berlin
. 13. Jan. ... wir sprechen über Kitsch: Dinge, die nicht halten was, sie versprechen ?
. 07. Jan. ... in dominanten Räumen Kunstausstellung im Biotechnikum der KWS
. 2016
. 30. Dez. ... aus dem Verteiler genommen weitere Kritik an der KunstForschung
. 30. Dez. ... KunstForschung im neuen Jahr Möglichkeiten bildender Kunst
. 13. Dez. ... Museumsbesuch in Kassel MHK Neue Galerie in drei Teilen
. 10. Dez. ... Ausflug ins Hoffnungslose ? Reaktion zum Thema
. 09. Dez. ... Ausflug ins Hoffnungslose ? Vergebliche Kunst Buchbesprechung
. 09. Dez. ... Malkasten an der Wand + die Möglichkeiten innerer Unabhängigkeit
. 29. Nov. ... Ausstellung des Göttinger BBK Reaktionen auf die Kritik
. 25. Nov. ... Ausstellung des Göttinger BBK Reaktionen auf die Kritik
. 21. Nov. ... Göttinger BBK Künstlerriege im Lichtenberghaus der Uni-Stadt Göttingen
. 2015



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Am 24.02.2016 ist die Frage: Visitenkarten des Künstlers ja, wie sehen die denn aus ?
Ich habe vier Entwürfe meiner Visitenkarten an vier meiner Freunde geschickt und sie beurteilen lassen:

... habe mich mal wieder als Grafikdesigner betätigt,
möchte eine neue Visitenkarte vorzeigen können.
Aber ein Entwurf ist nicht das Ende nach der Wende:

Ich sage erst mal nichts, mal sehen, was du meinst.
Dazu gibt es schon pro + contra (oder ?)
Schöne Grüsse am späten Abend, Peter


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Antwort von W. P.
Du hast so interessante Fotos und Bilder aus denen Du schöpfen kannst!
Nr. 1: schön das zerrissene / zerschnittene Papier links und rechts, die Verbindung ist durch einen dünnen Balken dargestellt. Der Text kommt gut. Vielleicht zuviel Farbrechtecke. Die sorgen etwas für Unruhe (ist ja manchmal beabsichtigt). Vielleicht sind die Papierstücke etwas näher zusammen zu rücken??
Nr. 2: gefällt mir gut, schwungvoll, Gelb und Grau passen gut, Text ist gut lesbar, also ok. Entwurf wirkt auf mich "seriös".
Nr. 3: gefällt mir. die Locken, der muskulöse Körper, Entwurf wirkt nicht konventionell, der Blickwinkel ist interessant. Rote Schrift passt gut. Ist sie gut lesbar?
Nr. 4: schöne Landschaft, darin zwei kontrastreiche Köpfe. Irgendwie provozierend, vor allem die schwarze Maske. Das Blau der Schrift passt gut in die Mitte, ist gut lesbar. Wer das Bild gesehen hat, wird es nicht vergessen. Passt gut in die Umgebung.

Antwort von I. N.
Der erste und dritte Entwurf sprechen mich an:
1. weil Deine Silhouette mit drin ist und die Farben das Auge anziehen
3. ist bewegt, edel, und sieht für jeden Betrachter nach Kunst aus....
erinnert mich an mille regrez
2. erinnert an Bananenschale und die Schrift sticht nicht hervor. Andererseits ist sie gut angeordnet
4. zu vielgestaltig, unruhig...
Ich hab derzeit auch eine gestalterische Aufgabe: Zeitungsanzeige konzipieren! - (...)

Antwort von P. D.
Tum est filius Paulus, qui enepta dicit:
"Mich sprechen die Teile an.
Am besten komponiert finde ich das mit der Bananenschale.
Es ist am besten lesbar.
Eigentlich würde ich alle nehmen, aber die Lesbarkeit mit Adresse ist meistens eingeschränkt.
Mein Vorschlag: Den Kontrast um deine Kontaktdaten verringern oder gleich einen einfarbigen/weißen Kasten um die Daten machen.
Die Schriftart ist ja eins deiner Markenzeichen, also die ist gut. ARIAL. Früher eher ein Hassobjekt, heute Retrochique, und ganz früher normal.
Vor allem bei der roten Karte muss man sich echt beim Lesen anstrengen.
Theoretisch könntest du alle 16:9 Fotomontagen / Collagen nehmen und nach der Vorgehensweise Visitenkarten machen.
Es gibt ja auch noch die Rückseite für deine Journalistennummer, finde ich.
Du könntest verschiedene Karten drucken lassen und dann immer zufällig Motive rausgeben...
Das waren meine Gedanken."

Post scriptum:
Modernes Design. (Album-Cover 2016 von Kanye West; keine Musik, die ich mag, aber deine Arbeiten haben mich an dieses Cover erinnert.)
Wahrscheinlich wegen der serifenlosen Schrift, die über das ganze Cover geht.

Antwort von B. H.-B.
Visitenkarte
… also, ich fange mit meiner ersten Reaktion an und bin ganz direkt:
Entwurf 4 gefällt mir überhaupt nicht, er wirkt auf mich (!) wie eine Kombination aus altmodisch und morbid trotz der hübschen Naturszene. Der Schriftsatz ist gut, geht aber teilweise im Bild unter, verwischt sich.
Entwurf 3 ist grandios in der Dynamik des Bildes, auch die Farbe der Schrift fängt den Blick und die Aufmerksamkeit. Das wird aber durch zu viele kleine und in der Grafik untergehende Zeichen arg relativiert.
Entwurf 2 ist sehr schwungvoll, wirkt modern und angenehm in der Farbgebung. Man schaut gerne auf diese Karte. Eventuell könnte durch eine 2. Farbe in der Schrift alles noch ein bisschen aufgepeppt werden. Muss aber nicht.
Entwurf 1 gefällt mir sehr gut, ist aber sicher davon beeinflusst dass ich die Silhouette so gern mag. Kenne ich von einem deiner Bilder. Ist also eine sehr persönlich gefärbte Wahl. Dazu kommt, dass diese Karte am besten und klarsten zu lesen ist.
This was the voting of the local jury. Hilft dir das weiter? Bin gespannt, wie Du Pro und Contra siehst (von meinem emotional begründeten Verriss für Entwurf 4 lässt du dich aber nicht bedrücken)

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Alle Beurteilungen sind angekommen:
ich freue mich über die kompetenten Antworten in Sachen Grafikdesign, bildende Kunst und Umgebung. Vielleicht gibt es weiterhin Argumente und Hinweise, jetzt, wo Frage und Antworten hier auf der Internetseite veröffentlicht sind. Wenn man als Künstler eine Visitenkarte vorzeigt, erkennt man, ob jemand die Karte ernst nehmen kann, (vielleicht: obwohl er Humor hat) -
und man sieht, - z. B. bei der Karte 4 - ob der jemand mit dem Hinweis auf die zeitgenössische Kunst und John Baldessari (*1931 in National City, Kalifornien) einerseits und den Bezug zur schwarz-weiss- Malerei oder ihrer ironischen Interpretation etwas anfangen kann.
Die Bananenschale ist ein Pinselstrich vom Popkünstler Roy Lichtenstein. Aber schön: das erinnert an die Banane, die im letzten Jahrhundert an fast alle Galerien gesprayt wurde.
Grundsätzlich stellt sich (ausser der persönlichen Beurteilung der einzelnen Entwürfe) die Frage: kann (oder soll ? !) die Visitenkarte eines Künstlers wirklich anders aussehen, als eine normale Visitenkarte, die ja eigentlich ausschließlich die Aufgabe hat, die Daten (Name, Adresse usw.) einer Person zu übermitteln. Muß nun die Visitenkarte des Künstlers überhaupt lesbar sein ? Überzeugt ein schwer zu dechiffrierender Text vielleicht sogar deutlich mehr ? Diese, auf den Kopf gestellte, Gewohnheit der Gewöhnlichkeit kennen wir doch vom Künstler. Der Künstler möchte sich in seiner Aussergewöhnlichkeit darstellen. Insofern ist die Anmerkung:
"Theoretisch könntest du alle 16:9 Fotomontagen / Collagen nehmen und nach der Vorgehensweise Visitenkarten machen. Es gibt ja auch noch die Rückseite für deine Journalistennummer, finde ich. Du könntest verschiedene Karten drucken lassen und dann immer zufällig Motive rausgeben..."
sehr plausibel.
Marcel Duchamp hat zwischen 1935 und 1941 ein Museum-in-a-Box hergestellt:
Duchamp's Boîte-en-valise, or box in a suitcase, is a portable miniature monograph including sixty-nine reproductions of the artist's own work.
Ob man den Zusammenhang zwischen dem Museum in a box und den Collagen auf Visitenkarten herstellen kann, ist fraglich aber nicht unmöglich.

"Eines der wichtigsten und folgenreichsten, gleichzeitig aber auch eines der geheimnisvollsten Kunstwerke der Moderne ist die berühmte »Schachtel im Koffer« von Marcel Duchamp, die er in den Jahren 1935-1941 zusammengestellt hat. Sie enthält die Summe seiner künstlerischen Arbeit. Vielleicht in Vorahnung des nahenden Krieges und über Jahre ohne feste Adresse, reproduzierte er sein Werk auf ein Format, das es ihm erlaubte, sein »Gesamtwerk« leicht zu transportieren. Nachdem er das Ende seiner künstlerischen Tätigkeit bekanntgegeben hatte, wird es ihn gereizt haben, seine Arbeit mit der Box festzuhalten, ohne neue Werke zu schaffen. Das Faksimile des »portablen Oeuvrekatalogs« entspricht der Arbeitsmethode des Künstlers. Duchamp hatte die Ausarbeitung der geeigneten Vorlagen selbst vorgenommen, die Produktion der 69 Miniaturen einer Werkstatt oder einem Spezialisten übergeben." ... Marcel Duchamp. Museum in a Box. Faksimile. FRÖLICH & KAUFMANN, Versand-Nr. 743682, 180,00 €


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Am 08.02.2016 ab nach Kassel in imaginäre Räume ? ... IMAGES im Fridericianum
IMAGES vom 31.01.16 – 01.05.16 --- Artists: Cory Arcangel, Trisha Donnelly, Wade Guyton, Pierre Huyghe,Mark Leckey, Michel Majerus, Philippe Parreno, Seth Price, Sturtevant

Kuratiert von Susanne Pfeffer wird die Ausstellung Images im Fridericianum mit der Bedeutung des Imaginären aufgeladen und überfrachtet (weiter unten *)
Mit der Durchdringung und Verformung der Realität durch das hier sogenannte Imaginäre wird "das Bild im Moment seiner grundsätzlichen Neubestimmung" zum Hoffnungsträger des Begriffs Image, der diesen medialen Vorgang bezeichnen soll -
siehe hier im Abstract:

Als originärer Raum der Kunst erweitert sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts mittels neuer Technologien der imaginäre Raum. Im permanenten Wechselspiel durchdringt und formt das Imaginäre die Realität. Mehr und mehr gewinnt das imaginäre Potenzial des Bildes an Bedeutung. 
Der Begriff des image bezeichnet diesen Prozess. Die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten untersuchen das Bild im Moment seiner grundsätzlichen Neubestimmung. Durch die Veränderungen in Genese, Distribution, Funktion und Auftrag des Bildes wird das Bild selbst Ausgangspunkt wie Gegenstand künstlerischer Auseinandersetzung.  
Permanenter Transformation und freier Zirkulation der Bilder setzen die Künstler der Ausstellung ein konzentriertes Innehalten entgegen. Jenseits von Fragen nach Materialität werden vorhandene Bilder neu formatiert. Mittels rhythmischer Verzögerung werden die Bilder auf ihr imaginäres Potenzial und ihre Rückkopplung an das Reale untersucht. Losgelöst von Hierarchien sind die Bilder gleich, austauschbar und ortlos, sie sind allein Medium der Reflexion. Weiter lesen im begleitheft-fridericianum-images

Einige der hier gezeigten Arbeiten kann man genau genommen dem vergangenen Jahrhundert und der damaligen Videokunst zuschlagen (Mark Leckey, leider auch Sturtevant u.a.). Derartiger Videoerhabenheit in übergroß gebeamter Projektion möchte man in digitalen Zusammenhang nicht weiter ausgesetzt sein - zumal die heutigen medialen Voraussetzungen, wie das Internet mit youtube und Co., den Bezug bilden und eine Trennung zum Problem wird. Im White- oder Black-Cube des Museums wird den Darstellungen der zughörige authentische Ort genommen. Die Erhabenheit stürzt mit der Versetzung der medialen Aspekte und Arbeiten im Großraum des Museums in sich zusammen. Man möchte sich Ohren und Augen zustöpseln, da die Schallwellen dem Besucher respektlos und unbegrenzt sogar noch ins Treppenhaus nachfolgen.

Dagegen setzt sich Trisha Donnelly sensibler und (im Sinne der bildenden Kunst) angebrachter mit Videoprojektion und Fotografie auseinander. "Trisha Donnelly stellt in ihren Arbeiten die Frage nach dem, was ein Bild ist, so radikal, dass nur schwer zu bestimmen ist, ob es sich bei ihnen eigentlich um bewegte Bilder oder Standbilder, Scans oder Videos handelt und wie diese zu unterscheiden sind; Donnelly zitiert Merkmale des Analogen genauso wie sie eindeutig digitale Verfahren benutzt. Die Bewegungen beruhen auf wenigen Eingriffen. Es sind elektrifizierte Bilder, Fotografien von konstanter Bewegung, mit welchen die Künstlerin die Bilder gewaltsam an ihre Oberflächlichkeit drängt."

Oder Michel Majerus "Das Zitat als Methode lässt die Integration von fast allem in die eigene Arbeit zu. Dabei sind die Bildmotive selbst ausschnitthaft und ins Verhältnis zur Gesamtkonstellation gesetzt: „Was das ‚Abbilden’ bei mir betrifft, geht es nicht um das Reproduzieren 1:1, sondern um die Erinnerungen und Fantasien, die dabei miteinfließen.“ (Majerus, 1999) Aber dass es sich hier nicht nur um individuelle Fantasien, sondern um die bildliche Suggestionskraft der Werbung handelt, wird in yet sometimes what is read successfully, stops us with its meaning deutlich (Bild weiter oben). Das Zusammenstellen der Bilder bei Majerus ähnelt dem Prozess des Samplings, ihr Zustand ist beweglich, latent, offen, vorläufig und vielfach kombinierbar."

* "weiter lesen" in: Phänomenologische Psychologie der Einbildungskraft von Sartre, Jean-Paul: DAS IMAGINÄRE ... über die psychischen und psychopathologischen Erscheinungen der Einbildungskraft und ihre Rolle bei der Entstehung und Aufnahme von Kunstwerken. Die subtilen Sondierungen umkreisen das Problem des "Bildhaften" in Foto, Portrait, Karikatur und Imagination, verfolgen die imaginativen Prozesse ...

http://www.fridericianum.org/


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Am 04.02.2016 ist Göttingen im focus: mit Britta Thie ... der Kunstverein präsentiert dove step
A new exhibition in Göttingen explores the limits of auto-focus and the selfie, not made by yourself.
Sehen Sie hier vorweg das selfie on the road by BB + friend´s: http://www.schirn.de/translantics/

.. Britta-Thie_press-2te Version

Mein eingebautes Programm für die Rechtschreibung korrigiert ja so einiges zu recht - allerdings hätte ich eine automatische Korrektur fast übersehen. Ohne nachzufragen machte es aus dove step ist die erste Ausstellung ... : doofe step ist die erste ...
Dabei ist der Titel der Ausstellung, dove step, selbst schon ein Neologismus: with which Britta Thie references dubstep, a minimalist form of bass-heavy electronic music. Dove Step is Thie’s ‘soft version’ of dubstep and similarly played a significant part in her 2013 work The Emotional Mobility Editorial.
Irgendwie ein bezeichnender Einstieg in die mediale Welt, die uns ungefragt vereinnahmt, indem sie uns Dinge zeigt, die angeblich unseren geheimen Wünschen entsprechen. Auch ein ironischer Kommentar zu den neuen Unbestimmtheiten: flüssige Realität, flüchtige Fiktion, kurzzeitiges Auftauchen von Wirklichkeit. Gegensätzlichkeiten verschwimmen ineinander, zeigen sich einverstanden, lassen sich gutwillig in Selfie-Mania einbringen. Hier also die medialglobale WWWelt der Britta Thie im Kunstverein Göttingen.
Bevor ich mir morgen die Ausstellung im Lichtenberghaus anschauen werde, denke ich: warum bleibt BB (Britta Thies) nicht dort, wo sich ihre eigenen Vorstellungen und Träume mit dem allgemeinen medialen, gesellschaftlichen Treiben mischen: im Internet, im Media Markt, in den Medien, in Talkshows ? Sie überträgt ihre analoge Kindheit in das digitale globale Jetzt - besser geht es doch nicht. Warum also der Schritt zurück in die analogen Räume eines Vereins, der Kunst ausstellt ? Na ja, es ist auch nur eine Frage.
Und wenn man auf Ihrer Seite im Internet unter Upcoming sieht wo sie bereits eingeladen ist, dann erübrigt sich die Frage auch schon wieder:
Feb Power Point Polemics, Goethe Institute London
Feb Translantics, Screening, Berlinale Special, Soho House Berlin
May Stellung Nehmen, Kestner Gesellschaft, Hannover
http://brittathie.tv/
Jedenfalls ist es der neuen künstlerischen Leiterin des Göttinger Kunstverein zu danken, dass dieses "Experiment" mit der medial so interessanten und erfolgreichen Künstlerin in unserer Universitätsstadt im Süden Niedersachsen stattfindet.

# ... Heute trägt sie ihr kurzes Kleid, das aussieht, als habe jemand Picassos Guernica, das berühmte Antikriegsbild, umgeschneidert, damit es mal wieder unter die Leute kommt und etwas sieht von der Welt. Zum Beispiel den Media Markt. Dort jedenfalls ist Britta Thie in dem Kleid unterwegs, ihre Haut ist blass, und im desinfizierend-harten Kaufhauslicht wird sie noch blasser. Fast scheint sie sich aufzulösen, denn nun, nachdem Thie die Reihen aus Toastern und Kesseln abgeschritten hat, wird sie erfasst vom Licht der endlos vielen Fernsehschirme, die endlos stumm, endlos gleich vor sich hin laufen. So unbarmherzig scharf sind ihre Bilder, dass die weiche Wirklichkeit sich notgedrungen darin auflöst, samt Britta Thie natürlich, der Künstlerin. - Hanno Rautenberg, Im Fachgeschäft für Transzendenz, DIE ZEIT vom 21.01.2016 / Feuilleton
# ... Mit dove step präsentiert der Kunstverein Göttingen Britta Thies erste institutionelle, physische Einzelausstellung: 10.01. – 21.02. 2016. Für die Räume des Kunstvereins entwickelt die Künstlerin ein Future fairy tale, ein verräumlichtes Märchenskript, das sowohl Anleihen an populäre Medien wie Comicstrips, als auch an theoretische Verweise – etwa auf Cold Intimacies. The Making Of Emotional Capitalism von Eva Illouz – enthält.
# ... Die Künstlerin, die durch ihre von der Schirn Kunsthalle und ARTE Creative koproduzierte Web-Serie Transatlantics (2015) bekannt geworden ist, lotet in dove step die Verwischung der Grenze zwischen Fiktion und Realität weiter aus, die bereits in Themen und Techniken ihrer früheren Arbeiten angedeutet wurden.
# ... "Wollt ihr nicht mal wissen, was die Britta Thie so macht?", fragt Anke Engelke die Gäste in der jüngsten Ausgabe ihrer WDR-Talkshow "Anke hat Zeit." Dort sitzt die Macherin der Webserie "Translantics" zwischen Jan Böhmermann und Herbert Grönemeyer. Die wollen natürlich wissen, was Britta Thie so macht.
Thies sechsteilige Serie wurde im vergangenen Jahr von der Schirn Kunsthalle Frankfurt in Auftrag gegeben. Damit ist sie einem breiten Publikum bekannt geworden. In der Talkshow spricht Thie über ihr digitales Kammerspiel. Das sei ein bisschen wie die Augsburger Puppenkiste früher, erklärt sie. Nur im Youtube-Player. Sie sei allerdings kein digital native und könne sich noch an die 90er erinnern. Im WDR plaudert sie über Erinnerungen an das Fernsehen ihrer Kindheit und über den Übergang von der analogen in die digitale Welt. Das Gespräch kann man sich hier in der Mediathek anschauen. Philipp Hindahl
http://www.monopol-magazin.de/
http://www.schirn.de/translantics/
# ... Sehr luftig ist die Ausstellung konzipiert. Was sich überlagert, sind Stimmen. Denn ein wesentlicher Teil der Schau sind Filme, die auf frei im Raum aufgehängten Bildschirmen zu sehen sind – inklusive Ton. Die Künstlerin nennt die Gesamtheit einen Survival-Guide für unsere Zeit, die sie forsch als eine Zeit der “emotionalen Mobilität der Post-Internet-Generation“ einordnet. Lange Papierbahnen hängen von der Decke. Schlagworte sind dort in englischer Sprache niedergeschrieben. Das fördert das Kunst-Verständnis eher mäßig in dieser sehr theoretisierenden Ausstellung. Peter Krüger-Lenz
http://www.goettinger-tageblatt.de/Kultur/
# ... Thie gehört zu einer Alterskohorte, die schon bis zur Volljährigkeit so viele Medienrevolutionen mitgemacht hat wie die vorangegangenen anderthalb Generationen insgesamt: "Wir sind beim Übergang vom Analogen ins Digitale mitpubertiert", sagt Thie, "wenn wir heute auf die Filmaufnahmen aus unserer Kindheit schauen, wirken wir dort so seltsam rein und unvernetzt. Diese Selbstnostalgie spielt eine große Rolle." Felix Stephan / Ins Digitale pubertiert
http://www.zeit.de/kultur/
# ... Britta Thie *1987 in Minden; studierte Freie Kunst in Münster, Berlin, New York.
# ... dove step ist die erste Ausstellung im Jahresprogramm der neuen künstlerischen Leiterin Anja Lückenkemper.


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Am 01.02.2016 geht es um Collagen in unserer Zeit ... digitaler Klebstoff für Bild, Fotografie oder nur Illustration?
Weit vor unserer digitalen Zeitrechnung waren (wir) Fotografen u.a. auch mit, ggf. unabsichtlichen, Doppelbelichtungen und Sandwichaufnahmen beschäftigt. Das brachte eine - vielleicht könnte man sagen - doppelte Unschärfe in die Interpretation des fotografischen Festlandes. Die Fotografien hielten sich somit ganz offensichtlich nicht mehr an das Versprechen, das vor uns liegende wahrheitsgetreu abzubilden. Manche nutzten diese technischen Tricks, um an das Genre Salvador Dalí´s anzuknüpfen, um die Welt des Unbewussten, die in Träumen erscheint, wieder zu beleben.

Surrealistische Periode (1929–1940)
„ ... der einzige Unterschied zwischen mir und einem Verrückten ist der, dass ich nicht verrückt bin!“ (1934)
„ ... die Tatsache, daß ich selbst im Augenblick, wo ich male, die Bedeutung meiner Bilder nicht erkenne, will nicht heißen, dass sie keine Bedeutung hätten.“ (1935)
Häufig werden zwei Strömungen des Surrealismus unterschieden
1. der „veristische“ oder „paranoisch-kritische“ Surrealismus: Vereinigung nicht zusammengehöriger Dinge, verdrehte Perspektiven, wie bei Salvador Dalí erkennbar, und
2. der „abstrakte“ oder „absolute“ Surrealismus: dasselbe Prinzip wie oben genannt, nur ohne jeglichen Realismus.
3. Dalí will das Rätselhafte, das Unfassbare sichtbar machen; der Surrealismus ist für ihn „eine Revolution des Lebens und der Moral“. Er setzte in seinen surrealistischen Bildern die von ihm meisterhaft beherrschten Techniken ein und malte „Trompe-l’œil-Fotografien“. Er war damit 25 Jahre der Kunst der Hyperrealisten voraus.

Von Hobbyfotografen, in der künstlerischen Fotografie, in der bildenden Kunst mit Fotografie - aber auch in der Werbung (und hier ganz besonders aufwendig) wird nichts mehr so dargestellt und verkauft, wie es uns eigentlich real erscheinen sollte. Mit Photoshop und anderen aufwendigen Programmen entsteht in tagelangen Überarbeitungen, Montagen, Auseinandernehmen und Zusammensetzen etwas, dass man getrost in einer Kategorie neue Surrealistische Periode ablegen kann. Die mediale Wirksamkeit bestimmt uns in einer neuen, einer perfekt überarbeiteten Wirklichkeit. Wenn man in dieser Bestimmung einmal innehält, wird einem bewußt, dass das Surreale nicht in Dalis tropfenden Uhren, im Auslöschen zeitlicher Fixierung oder in einanderfallenden Gegensätzlichkeiten zu sehen ist, sondern, dass sich Surreales schon im intensiven, bestimmten Hinsehen, auf die uns alltäglich umgebenden Gegenstände, zeigen kann.

Wenn in der Werbung ein Auto zu sehen ist, kann man sicher sein: In Wirklichkeit sieht es anders aus.
Ruben Rehage, Artikel über fotografische Postproduktion in der ZEIT vom 28. Jan. 2016

Was hat es nun mit den vorliegenden Ausdrucken digitaler Collagen auf sich ? Es sind 12 aus 188 "zusammen-geklebten" Aufnahmen, die sich in ihrer neuen Formation gegenseitig widersprechen und damit eine andere, absurde Sicht auf unsere Wirklichkeit möglich werden lassen. Nicht die einzeln vorliegende Collage als Werk, sondern die Summe dieser Einzelbilder, die einen Blick auf den heutigen digitalen kreativen Hobbyfotografen wirft, ist neu am Thema Collage, siehe: Photoshop-Philipp von Jan Böhmermann
Alle Sehnsüchte sind in solchen medial geprägten Vorstellungen aneinander und ineinander geklebt. Oberfläche und Inhalt sind hier offensichtlich eins geworden, haben die Vorspiegelungen, die dem Kitsch noch anhafteten, abgelegt. So, meine ich, ist das bildende in der Kunst - ausgehend vom fotografischen Alleskönnen - auch zu verstehen.


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Am 20.01.2016 sprechen wir über Hund und Kunst, geht das ? ... + Foto oder Illustration? von einem Rundgang an der UdK Berlin
... die Nachricht: "die KunstForschung bekommt wieder einen "Sicherheitsbeauftragten" ist (aus meinem kleinen Verteiler) an Menschen gegangen die ich gut kenne, die zum Teil meine letzen beiden Hunde miterlebt haben. Einen Bewacher benötige ich hier im Weserberg+Leinetal nun nicht. Eigentlich wollte ich mich erst in ca. einem Jahr, wenn sich das Berliner hin + her erledigt hat, auf einen Hund als Begleiter einlassen. Nun ist es schon jetzt bald soweit. Ich kann ihn ab dem 06. Februar aus einer kleinen Stadt im Südharz vom Schnauzer-Fritz abholen. Ja, - natürlich nur einer davon - aber welcher ?

.... ....

Die Stimmung ist so, dass ich mich auf den Mittelschnauzer freue. Das ist ja eine schöne Aufgabe, die Hin- und Hergerissene von abwegigen Überlegungen fernhalten kann. Die ersten Pinkelschritte in den Garten sind aus dem OG etwas aufwendig hinzubekommen. Zeitungen und alte T-Shirts werden helfen - die Kälte und der Schnee aber nicht. Pipi in den Ritzen der Holzdielen würden leider sehr nachhaltig sein. Aber irgendwie geht dann doch alles - das ist die Erfahrung. Über einen (seinen) Namen denke ich noch nach.

Nachtrag am 14.02.2016: die Ankündigung unseres Sicherheitsbeauftragten ist doch etwas verfrüht in die Welt gesetzt worden. Es wird noch eine Zeit dauern, bis das Auf + Ab und das Hin + Her diesen Schritt zulassen. Da ich momentan doch etwas durch den Wind bin, habe ich die (mir so wichtige aber auch verantwortungsvolle) Aufgabe Mittelschnauzer "verschoben" (verschieben müssen ? ). Ein Wackelkandidat als Rudelführer ist ja für beide Seiten nicht das Richtige.

. .

Dieses Foto, habe ich vor Zeiten bei einem Rundgang an der UdK, Berlin aufgenommen.
Der Maler ist mir leider nicht bekannt, vielleicht teilt mir das jemand mit?


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Am 13.01.2016 sprechen wir über Kitsch + fragen: wird das Versprechen der Sache Kitsch auch eingelöst ?
In der ZEIT vom 12. Febr. 2015: ein Artikel zu einem Hotelneubau in Zürich, den der Architekt Marcel Wanders realisiert und dabei die Grenze von Kunst zu Kitsch wirkungsvoll überschreitet. Er sagt dazu, zusammengefasst: ... "Die Anhänger der Moderne würden sagen: Kitschig ist ein Ding, das etwas darstellt, das es nicht ist. Zum Beispiel: Etwas tut so, als sei es aus Gold, ist es aber nicht. Das ist Kitsch! Dann müsste aber eine Menge von dem, was wir heutzutage herstellen, Kitsch sein, denn es gibt eine Menge derartiger Täuschungen. Designer predigen gern Ehrlichkeit, aber das ist scheinheilig. Tatsächlich sind wir professionelle Lügner, aber meine "Lügen" machen die Welt schöner. Die hässliche Wahrheit wird überbewertet."
http://www.zeit.de/2015/07/marcel-wanders-luxus-hotel-design-zuerich

... ich interessiere mich seit Zeiten für Trivialitäten, die irgendwie so schön in´s kitschige driften. Ehrlich- und Scheinheiligkeit hin oder her - in meinen Lieblingswarenhäusern Tedox und Wiglo blitzen sie mich an, die Schätze des gefühlsschwangeren Überschusses, dem man von Zeit zu Zeit auf wundervolle Weise unterliegen kann.

(...) die strenge Trennung von Kunst und Kitsch liegt in der Moderne begründet und das wurde schon 1958 in der ZEIT diskutiert: (…) Kitsch kennt keine Konflikte. Seinen Verniedlichungen haftet das unverbindlich Begütigende der kulturellen Massenproduktion an. Kitsch muss also anti-individuell sein. Daraus folgt weiterhin, dass er nur einer industrialisierten Gesellschaft angehören kann, die wesentlich auf das Funktionieren zwischen Massenproduktion und Massenkonsum angewiesen ist. Diese Gesellschaftsordnung ist wirklich, auch wenn wir sie geistig vielleicht noch nicht bewältigt haben. Und darum ist Kitsch notwendig. In ihm entlädt sich die Verdrängung des Unverständnisses, das durch die unausweichliche Verschlüsselung der Formen in der modernen Kunst bei Nichteingeführten hervorgerufen wird.
Dr. Rolf Linnenkamp, Hamburg

(…) Neben der Übermacht des Kitsches existiert der Nichtkitsch, ein mühselig kreisendes Phänomen der Negation. Wider alle Abrede liebt der Nichtkitsch das Klima des Museums, der Isolierung, der tierisch ernsten Interpretation. Der Kitsch ist schicksalhaft dem ungebundenen Treiben des homo ludens eine Pferdelänge voraus. In concreto: Es steht zu fürchten, dass Picasso leichter Hand von den Gartenzwergen überwunden wird, ohne Hass, ohne Streit, auf der goldenen, grünen Wiese, wo sie insgeheim, im höheren Sinne stellvertretend, mit drolliger Gebärde warten auf das, was da kommt …
Karl Friedrich Kretschmer, Münster

(...) der Begriff “Kitsch” kommt erst im 19. Jahrhundert auf. Die moderne Ästhetik hat jedoch schon am Ende des 18. Jahrhunderts einen Prozeß der Abgrenzung vom Trivialen und Banalen herausgebildet. Schiller setzt die Norm, dass sich das Kunstwerk von dem unterscheiden muß, was bloß den “zweideutigen Beifall des großen Haufens findet”. Bis hin zur Ästhetik Adornos und noch über ihn hinaus hat sich dieses normative, wertende Urteil erhalten.
Die Gründe dafür, warum die Moderne die Kunst so aufwertet sind vielschichtig. Einer davon dürfte sein, dass so auch auf versteckte Weise theologische Fragen behandelt werden können, die auch in der Moderne nicht erledigt sind. Dies lässt jedenfalls die Emphase, mit der die Moderne das Kunstwerk belegt und jede Verwischung der Grenzen zwischen Kunst und Kitsch als Sakrileg kritisiert, vermuten. Eben deshalb hat auch die sogenannte Postmoderne - in der Gegenwartsarchitektur, in der Gegenwartskunst, in der Popkultur oder auch in der Jugendkultur - mit geradezu provokativer Lust sich gegen diese Grenzziehungen aufgelehnt. In den Debatten um die Postmoderne war deshalb auch immer ein besorgter Unterton herauszuhören: Die ästhetischen Maßstäbe könnten tatsächlich dauerhaft in Bewegung geraten und liebgewonnene ästhetische Grenzziehungen so problematisch werden, dass sie womöglich nicht mehr herzustellen sind.
Aber nicht nur dies ist an der Geschichte des Kitsches, am Banalen und Trivialen, faszinierend und herausfordernd: Am Kitsch läßt sich nämlich mehr über die Eigentümlichkeiten und die elementare Bedeutung des Ästhetischen ablesen, als es auf den ersten Blick vielleicht scheint. Im Kitsch äußert sich unverhohlen und ungeniert ein Bedürfnis nach affektiver Ansprache, nach Sinnhaftigkeit und Bedeutsamkeit. Das muss die ästhetische Moderne provozieren, die sich auf ein Geschichtsverständnis des grundsätzlichen Sinnentzugs, des Verlusts, der Trauer, der Melancholie festgelegt hat.
Prof. Dr. Braungart, Uni Bielefeld “Kitsch: Faszination des Banalen und Trivialen” / Dez. 1999

... der ästhetische Zirkel (siehe) http://www.aesthetischerzirkel.de/ steht für den Kreislauf, in dem etwas Neues, Unerwartetes immer erst (oder meist) als fremd, ungewohnt sogar: hässlich angesehen wird - danach wird es als normal, gewohnt akzeptiert - und später kann es kult, trend, sogar: schön sein - oder einfach gesellschaftlich akzeptiert ... ob man das inbezug auf die Sache Kitsch auch so sehen kann? ... so und auf jeden Fall kann es auch anders ausgehen: den Elefant habe ich für meine (Kitsch)-Sammlung erworben und zu Hause festgestellt, dass der linke Stosszahn abgebrochen war. Aha, o.k.: fällt er jetzt mit seiner Verletzung (durch logistische Wilddieberei) aus der Serie? Ist die Festlegung: Kitsch, ja oder nein, denn so labil? Welche Kategorie fängt den Bullen, die Leitkuh jetzt auf, wo er/sie durch den konstruierten Blick in seiner/ihrer fiktiven Vergangenheit ausgezeichnet bzw. diskriminiert wird?

... Wie wäre es, wenn so das Versprechen eingelöst werden kann, wenn so unter dem schönen Schein eine wahre Geschichte steckt ? Wäre doch auch prima, und nichts kitschiges mehr an dem Elefanten, nun in meiner Kunstsammlung: 40h x 62l x 22b cm, sehr stattlich. In der Kunst kann alles zum künstlerischen Material gemacht werden, der Künstler kann es handhaben, wie er gerade will - Punkt ... (?)
Nach Punkt und Fragezeichen kommt mir dann doch noch der aufgeblasene Luftballon aus poliertem Stahl von Jeff Koons in den Sinn. Der macht selbstverständlich auch, was er für richtig hält. Der Kunstmarkt auch. Und auch der misst nicht in Zentimetern.


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Am 07.01.2016 Kunstausstellung im Biotechnikum der KWS:
Am am 7. Januar 2016 habe ich die Gelegenheit für einen Besuch der 43. Kunstausstellung im Biotechnikum der KWS SAAT SE mit Ute Gruenwald genutzt, um zu sehen, wie das Zusammenspiel der Gedanken, Vorstellungen, Ansprüche und Möglichkeiten der Kunst mit denen der Industrie in ihren dominanten Räumen vereinbar ist. Mit Dr. Ulrike Gaycken, freie Mitarbeiterin bei der KWS für den Bereich Kunst und Kultur, sprach ich über diese Versuche und ihre mögliche Produktivität für beide Seiten. Beantworten werden sich solche Fragen sicherlich, indem weiterhin derartiges Zusammenfinden geprobt wird. Verlieren sich die Bilder dort oder können sie eventuell im positiven Gegenüber erkannt werden? Vielleicht indem sich Mitarbeiter und Besucher in ihren eigenen Gedanken wiedererkennen oder sich sogar erneuernd am Bildenden der Kunst ausrichten. Den umwelt-politischen Aspekt in diesem Zusammenhang klammert die Künstlerin Gruenwald nicht aus. Ich selbst würde selten von politischer Kunst sprechen wollen, aber sicherlich, davon, dass man angehalten ist, als Mensch und Künstler politisch Kunst zu machen - wie auch immer.

Am 09.01.2016 schrieb Frau Petersen (sie hatte sich das Video zur Ausstellung angesehen).
… die Blumen mit ihren Samenständen (Kapseln des Mohns und Hagebutten der Heckenrosen) sind schön. Der Mohn flirrt im Licht. Wie gut, dass da nicht nur Rüben und Kartoffeln (?) zu sehen sind. Der Zuckerstückchen-Haufen ist eine Fleißarbeit, akribisch wie meine eigenen detailgenauen Forschungen. Die durchsichtige Rübe und die mit ihren Verletzungen: Was ist das? Wird sich da mit der Rübe solidarisiert (?)
Das Durchwühlen des Bodens und der landwirtschaftlichen Wege mit den riesigen Reifenspuren sind ein Thema. Brauchen wir so viel Zucker? Zuckerberge? Fleischberge? Butterberge? Vielleicht stecken solche Fragen als Anstoß für Betrachter dahinter. Was die Künstlerin zu ihren Bildern sagte, gefällt mir: Ich gehe auch oft mit, wenn ich mich mit einer Baumrinde, einem Baumstamm, mit Wanderdünen beschäftige. Ich krabbele gedanklich hinein. Der Baum, wie er sich im Wuchs dreht und mit seiner Krone ins Licht hinein möchte, das ist so lebendig. Diese Beobachtungen mache ich oft in der Natur.
Zu meiner Suche nach der Ruine der Zuckerfabrik an den Bahngleisen auf der Regio-Stecke zwischen Hannover und Göttingen: Ich habe gegoogelt und meine Fahrradkarte zur Hand genommen. Diese Fabrikruine muss in Nörten-Hardenberg sein. Man sollte sie fotografieren, ehe sie abgerissen wird. Seit 1993 wird dort nicht mehr produziert. Das ist unter Zuckerfabrik-Nörten-Hardenberg nachzulesen.

Am 11.01.2016 schrieb Sabine Kürzel / Betreff: Aw: SNS kunstforsch
Aha, na ok: Malerei auf höchstem Niveau - das ist eine wage Behauptung in Bezug auf Ute Gruenwalds Bilder.
Ute Gruenwald sagt in dem Video, dass sie anders als andere Künstler? Maler? nachdenkt, bevor sie ihre Bilder malt. Sie meint wohl damit, dass sie ihre Bilder plant, wenn ich das richtig verstehe und dass sie eine Idee hat. Woher weiß denn Ute Gruenwald, dass andere Maler? Künstler? nicht nachdenken, bevor sie malen und ihre Arbeiten nicht planen?
Ich finde ja, dass auch das "Nicht-Nachdenken", damit meine ich das "Nicht-Planen" bevor man malt eine sehr gute vorausgehende Idee ist (also hat man ja doch auch nachgedacht) und wenn dann ein gutes Bild entsteht, dann könnte das für mich vielleicht "eine Malerei auf hohem Niveau" sein oder ein Beispiel dafür. Beides kann gut und richtig sein: Planen und Nicht-Planen. Es kommt darauf an, was man sagen will. Wahrscheinlich sind mir die Bilder von Ute Gruenwald als Kunst doch zu plakativ und unter Malerei auf "hohem oder sogar höchstem Niveau" verstehe ich wahrscheinlich heute etwas anderes. Eine angefressene Zuckerrübe auf großem Format in realistischer Malweise, das ist mir doch zu direkt und einfach, auch zu plakativ. Als Beispiele für Malerei auf hohem Niveau fallen mir die Maler David Hockney, Franz Gertsch (z.B. Babara und Gaby von 1974) oder auch Luc Tuymanns ein, um nur einige aus einer großen Riege zu nennen. Auch sie haben sicher nachgedacht, bevor sie ihre Bilder gemalt haben und noch mehr: sie alle hatten eine gute Idee, und deshalb ist es auch Kunst, was sie gemacht haben. Wenn Ute Gruenwald sich als Künstlerin versteht, dann möchte ich ihr sagen: mit der Kunst ist das nicht so einfach, denn man braucht immer eine gute Idee, jeder Künstler muss deshalb nachdenken, bevor er etwas produziert. Ich möchte die Malerei nicht von der Kunst trennen. Einen Weg oder eine angefressene Zuckerrübe in größerem Format zu malen, ist keine gute Idee in der Weise, wie sie von Ute Gruenwald gemalt wurde. Ja natürlich, es ist Malerei. Aber als Künstlerin interessiert mich Kunst. Mich interessiert auch sehr die Malerei in der Kunst. Sabine Kürzel, Künstlerin und Lehrerin für Deutsch als Zweitsprache


(c) KWS

Gehen Sie hier auf die Seite von KWS, um dort das Video zur Ausstellung anzusehen:
http://www.kws.de/drei-Jahrzehnte-Neue-Ausstellung


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Am 30.12.2015 Reaktion von Holger Walleck:
Aus dem Verteiler genommen weitere Kritik an der KunstForschung

Sehr geehrter Herr Walleck,
ich habe Ihre Adresse aus unserem Verteiler genommen,
viele Grüße, Peter Dimke

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Die KunstForschung kann sich über täglich 250 bis 500 Zugriffe aus aller Welt auf Ihre Internetseiten freuen. Im Verteiler für die Info-Schreiben sind ca. 2.000 mail-Adressen abgelegt. Für die Redaktion KunstForsch_SNS / Redaktion SuedNiederSachsen grenzt ein regionaler Verteiler die Adressen auf 200 ein. Wenn man die Kritik der KunstForschung vom 21. Nov. 2015 an der BBK Ausstellung im Lichtenberghaus richtig ernst nimmt, kann man sich natürlich auch richtig aufregen - ok. Allerdings: "Kunst macht man, Humor hat man" oder eben auch nicht. Ich denke, ich habe Humor - auch nur so kann ich z.B. die nachfolgende mail an die KunstForschung nehmen.

Von: Holger Walleck
Betreff: Aw: KunstForsch_SNS / Redaktion SuedNiederSachsen
Datum: 30. Dezember 2015 21:47:25 MEZ
An: Teutomar

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe von Ihren dümmlich-dreisten,
an Selbüberschätzung leidenden Emails genug.
Bitte verschonen Sie mich in Zukunft mit weiteren Zusendungen.
Mit vielen Grüßen
Holger Walleck

(...) aufgrund der Vita + so weiter kann ich nur sagen: ja, meinetwegen, ist auch schön gemalt. H.W. kann sich richtig gehen lassen, ist frei in seiner Arbeit. Aber: es gibt keine schlechte oder gute Kunst, es gibt nur Kunst - oder eben keine Kunst. Ich meine: gedanklich steht er doch im Schatten seiner eingenommenen kunstpädagogischen Schlafmützigkeit. Ich denke, es lohnt sich immer (und vor allem in der Vermittlungsaufgabe an die junge Generation), den Blick im Sinne der Kunst offen zu halten.
Am Fachwerkhaus, der ehemaligen Alten Schule, in Dransfeld steht: "Unserer Jugend, 1914", das wird auch gelten, wenn die KunstForschung dort etabliert ist - und das (wie gesagt) mit offenem Blick in Gesellschaft, Kultur und bildende Kunst.

PS.: Der Begriff Bildende Kunst ist bei Johann Gottfried Herder nicht auf die bildnerische Gestaltung eines Kunstwerks projiziert, sondern umgekehrt gesehen, naemlich, dass der Mensch es ist, der zu bilden sei durch die Kuenste. Schon bei Meister Eckhart wird die Bildung durch das Bild und umgekehrt zu einer Argumentationsweise. Sowohl etymologisch als auch inhaltlich hat das Bild mit der ´Begriffsgeschichte des Bildungsbegriffes´ zu tun.

Weiterführendes zum Thema auf youtube:
https://www.youtube.com/watch?v=MyyaSyhUvtc
"Zu einem zeitgenössischen Kunst + Designbegriff"
- Aufgaben der Kunsthochschulen heute -
Vortrag an der Fakultät Gestaltung Weimar


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Info am 30.12.2015 ... im neuen Jahr:
wird die KunstForschung im Dranszefeldener Fachwerkhaus
verschiedene Möglichkeiten der bildenden Kunst in Szene setzen
und u.a. eine Kunst+WunderKammer einrichten -
vorerst ist der Raum dazu zwar hergerichtet aber leer / No.: 01
das wird sich allerdings demnächst ändern / No.: 02
und es gibt dann nicht nur etwas für Kinder zu sehen / No.: 03
vorerst bleiben die Kartons aus Berlin noch geschlossen -
was Wunderkammern einst bedeuteten, lesen Sie hier:


No.: 01

No.: 02

No.: 03


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Am 15.12.2015 schrieb Wiebke Petersen:
Notizen zu einem Museumsbesuch in Kassel in drei Teilen

http://www.museum-kassel.de

Teil 1:
Ganz unerwartet standen wir beim Besuch des Museum (MHK) Neue Galerie in Kassel vor dem Gemälde „Diele in Borgfeld“. Gemalt hat es der spätere Direktor der Kasseler Kunsthochschule, Hans Olde (1857-1917). Der Blick fällt auf einen Licht und Luft durchfluteten Raum. Zwei Sprossenfenster und eine geöffnete Tür zum Garten lassen einen schönen Sommertag im Jahr 1899 erahnen. Im Vordergrund ist eine junge Frau in gebückter Haltung zu sehen. Sie hat blondes Haar, das auf dem Hinterkopf zusammen gebunden ist. Sie ist wahrscheinlich eine Magd und schleppt zwei große Metallgefäße, die sie wohl wegen ihres Gewichts (von Milch oder Wasser) in diesem Moment auf das Kopfseinpflaster des Dielenbodens abstellt. Die beiden großen Fenster und eine zum Garten geöffnete Tür tauchen die Szenerie in Sonnenlicht. Trotzdem wirkt das Rauminnere durch die vor den Fenstern stehende Truhe und den am rechten Bildrand geräumigen, grünen Schrank dunkel. Es bilden sich Schatten auf dem Bodenbelag. Eine zweite Magd steht links im Bild noch vor der Eingangstür im Sonnenlicht. Sie stemmt ihre Arme in die Taille und hat ihre Gefäße neben sich. Ihre Kleidung gibt den Beinen unterhalb der Waden Bewegungsfreiheit, Schürze und Rock sind nicht bodenlang, wie um diese Zeit sonst üblich. Eine grau-weiß gefleckte Katze streicht auf der rechten Seite an der Schrankfront entlang.
Zur Geschichte des Bildes:
Borgfeld ist heute ein Stadtteil von Bremen und liegt an der Landesgrenze zu Niedersachsen. 1899 heiratete Hans Olde Margarete Schellhass, die Tochter eines Bremer Fabrikanten . Er hatte sie in Borgfeld auf dem Familiensitz der Brüder Noltenius kennen gelernt hatte. In Borgfeld und zugehörigen Gemeinden lebten zu der Zeit etwa 1.000 Einwohner. Im Rahmen meiner Familienforschung stieß ich auf den Maler Hans Olde. Er heiratete 1899 in die Großfamilie Noltenius ein. Seine Frau wurde eine Nichte der Brüder Wilhelm, Bernhard, Conrad, Carl und Friedrich. Das Borgfeld der Brüder Noltenius lag mit seinen weitläufigen Ländereien vor den Toren Bremens. Hier trafen sich zum Wochenende Verwandte und Freunde der Familie. Der Gutshof bestand aus verschiedenen Gebäuden, die zum Teil an Bekannte vermietet waren. Olde ging auf dem Gut ein und aus. Einige Gemälde, Zeichnungen und Fotos Oldes entstanden in diesem Umfeld.
Olde interessierte sich seit Anfang der 1880er Jahren für Fotografie. Er lernte diese neue Technik beim Vater eines Freundes. Olde behandelte wie andere Künstler Fotografien wie „Skizzen“.

Literatur:
Velhagen und Klasings Monatshefte, Autor: Georg Gronau, Hans Olde, 34. Jg., 1919/1920, Bd. 1, S. 514-528. Hildegard Gantner (1970), Hans Olde (1855-1917), Leben und Werk, Diss., Tübingen. Gabriele Bremer u.a. (1991), Hans Olde und die Freilichtmalerei in Norddeutschland, Kloster Cismar. Zur Malerei nach Fotografien: J.A. Schmoll gen. Eisenwerth (1980), Vom Sinn der Photographie. München, S. 88-174.

Beschreibung des Gemäldes aus meiner Erinnerung und nach einer Farbkopie in:
Velhagen und Klasings Monatshefte, Autor: Georg Gronau, Hans Olde, 34. Jg., 1919/1920, Bd. 1, S. 514-528. Gemälde: Öl auf Leinwand, 91 x 120 cm, siehe Hildegard Gantner (1970), Hans Olde (1855-1917), Leben und Werk, Diss., Tübingen, S. 212.
Gabriele Bremer u.a. (1991), Hans Olde und die Freilichtmalerei in Norddeutschland, Kloster Cismar, S. 42. Glückwünsche zur Hochzeit Oldes am 2. Mai 1889 von der „Impressionistenfamilie Schlittgen“. Margarethe und Hans Olde wurden Eltern von vier Kindern: Joachim, Otto, Hans und Meta, S. 85. Landschaftsbilder, Gewitterstimmungen, siehe Anhang Nr. 40, 125, 127, 217, 241, 237. Hildegard Gantner-Schlee (1970)
Hildegard Gantner-Schlee (1970), S. 38ff. Zur Malerei nach Fotografien: J.A. Schmoll gen. Eisenwerth (1980), Vom Sinn der Photographie. München, S. 88-174.

Hans Olde (1855 – 1917), Diele in Borgfeld, 1899, MHK, Neue Galerie, Städtischer Kunstbesitz


(c) Museumslandschaft Hessen Kassel

Teil 2:
Im Museum (MHK) Neue Galerie am 13. Dez. 2015 / J.Ch.C. Dahl
Im Frühjahr 2015 wurde in Dresden eine Doppelausstellung mit Gemälden von Johann Christian Clausen Dahl (1788-1857) und seinem Freund und Hausgenossen in Dresden, Caspar David Friedrich (1774-1840) gezeigt. In Kassel ist ein besonderes Bild von Dahl zu besichtigen, das auf den ersten Blick verstörend wirkt. Es ist ein geschändetes Kunstwerk, das irritiert. Das Landschaftsbild „Großer Wasserfall“ entstand 1820. Auffallend sind die unterschiedlich großen, grauen Rahmungen innerhalb des Gesamtbildes. Es ist ein Patchwork aus großen und kleinen Fragmenten. Beim Betrachten kann man sich daraus keinen Reim machen. Auf dem großen Teilstück sehen wir einen Wasserfall in dunklen Farben, auf einem anderen ein vom Wasser mitgerissener Baumstamm. Die Museumsleitung hat Kopien zur Geschichte des Gemäldes vorbereitet. Darin geht es um die Geschichte des Bildes. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde das Bild ausgelagert und war dann für lange Zeit verschwunden. Es wurde in sechs Teile zerschnitten. Der größte Teil wurde in Kassel inventarisiert. Teilstücke E und C geben Einblicke in die die Fernsicht mit Himmel und Wolken; zwei Stücke tauchten in den 1950er Jahren in Ausstellungen auf, mit den beiden letzten Fragmenten konnte das Gemälde erst 1993 wieder vollständig gezeigt werden.

Johann Christian Clausen Dahl (1788 – 1857), Großer Wasserfall, 1820, MHK, Neue Galerie, Städtischer Kunstbesitz


(c) Museumslandschaft Hessen Kassel

Teil 3:
Im Museum (MHK) Neue Galerie am 13. Dez. 2015 / Joseph Beuys
1969 inszenierte Joseph Beuys’ (1921-1986) „Das Rudel“ (The Pack). Beim Betrachten kommt uns das Herauspoltern der vierundzwanzig Schlitten aus dem Heck eines rostigen VW-Busses in den Sinn. Das Fahrzeug fährt quasi gegen die Wand. Die Schlitten scheinen sich in entgegen gesetzter Richtung zur Abfahrt bereit gemacht zu haben. In der Literatur wurde darüber oft geschrieben: Beuys soll von seinen Erfahrungen während des Zweiten Weltkrieges auf der Krim inspiriert worden sein. Die Geschichten seiner Rettung nach einem Flugzeugabsturz und von dem unfreiwilligen Aufenthalt in der Fremde sind spannend. Sie wurden mystifiziert. Zwar geben Fotografien in Bildbänden Eindrücke von dieser Kunstinstallation, doch es lohnt sich, diese originelle „Expedition“ im Museum MHK in Kassel zu betrachten. Wärmender Filz als Bekleidung für Notzeiten, etwas Fett als Proviant, dazu eine Taschenlampe – das Schlittenprojekt ist sehenswert.

Literatur u.a:
http://www.popthemup.de


Joseph Beuys, Das Rudel (The Pack) 1969


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Am 10.12.2015 um 11:17 schrieb Sabine Kuerzel:
Betreff: Aw: Ausflug ins Hoffnungslose ... ?

Interessante These, die ich aber auf keinen Fall teile als Anti- Kapitalistin. Ich vertrete ja eher die These "Gewinn durch Verzicht" oder "Weniger ist mehr.". Ob meine Kunst "vergeblich" ist, möchte ich als Künstlerin selbst bestimmen, so, wie ich auch selbst bestimme, ob mein Leben vergeblich ist. Ich habe das Buch nicht gelesen, aber oft erlebt man als Künstler ja auch einen gewissen Neid darauf, dass man sich als Mensch die Freiheit nimmt, Kunst zu machen und sich damit in einer "anderen" Welt bewegt, welche ja für vielen Menschen verschlossen bleibt. Wenn ich als Künstler das Ziel habe, viel Geld mit der Kunst zu verdienen und "groß rauszukommen", dann besteht meiner Meinung nach evtl. schon die Gefahr, dass meine Kunst vergebens sein könnte, weil sie ihr Ziel (gewinnbringend zu sein) vielleicht nicht erreicht. Besser, sie hat gleich als Kunst ein anderes Ziel, welches sie erreicht (eine Aussage), dann kann sie nicht vergebens sein, auch wenn sie am Ende nur einen Adressaten findet, den sie überzeugt. Ich glaube nicht, dass ich Lust dazu habe, das Buch zu lesen. Ich denke, für mich wäre das verschwendete Zeit. Ich habe den Beitrag im Deutschlandfunk gehört, das reicht mir schon. Ich habe schon eine andere Definition von "Erfolg", "Glück" und "Reichtum" und bin sehr froh darüber. Ob mein Leben oder auch meine Kunst für andere wichtig sind oder nicht interessiert mich nicht wirklich - auch darüber bin ich sehr froh, denn das bedeutet Freiheit und Unabhängigkeit (so ist es vielleicht nicht wirklich, aber ich nehme es so wahr). Mich interessiert eigentlich inzwischen nur noch, was für mich wichtig ist. Ganz egoistisch mache ich meine Kunst auch nur für mich, nicht für andere. Und weil ich sie nur für mich mache, habe ich kein Problem damit, sie später in den Müll zu werfen, auszustellen, zu verkaufen oder zu verschenken - egal! Alles ist gut!

... weitere Arbeiten sehen Sie auf: www.sabine-kuerzel.de/

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Am 09.12.2015 um 14:52 schrieb Teutomar:

... an die Freunde der KunstForschung,

ich möchte Sie einladen: zu einem Ausflug ins Hoffnungslose - und dabei gleich eine Einschränkung machen: ich denke die These umzukehren ist sinnvoller als: ... Hoffnung ins Hoffungslose investieren." ... es geht um ein neues Buch zu Kunst, Künstlern und deren (vergebliche?) Tätigkeit in Bezug auf eine Buchbesprechung im Deutschlandradio Kultur, ich möchte hier selbst nicht zu viel vorweg nehmen, bin auf Ihre Reaktionen gespannt ...

STEFAN RIPPLINGER, "VERGEBLICHE KUNST"

... hören Sie den original-Beitrag von Dorothée Brill unter:

deutschlandradiokultur.de/stefan-ripplinger-vergebliche-kunst

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Das Kunstwerk "Karnickelköttelkarnickel" des Künstlers Dieter Roth im Rahmen der Ausstellung "Vanitas - Ewig ist eh nichts" im Georg Kolbe Museum in Berlin. (picture alliance / dpa / Britta Pedersen)

... ist Kunst hoffnungslos und vergebens ... ?

Im Kapitalismus wird alles einer Kosten-Nutzen-Abwägung unterworfen: Kunst kommt dabei schlecht weg, der Künstler wird zum "überflüssigsten Menschen im Kapitalismus", schreibt Stefan Ripplinger in seiner Abhandlung "Vergebliche Kunst". Doch so düster bleibt seine Analyse nicht.
"In der Vergeblichkeit der Kunst finden wir unsere eigene", so lautet die zentrale These in Stefan Ripplingers vergnüglich zu lesender, wenngleich zuweilen etwas schwer nachvollziehbarer Abhandlung zur Vergeblichkeit von Kunst.
"Die Figur des Künstlers, das Scheitern seines Projektes ist es, was uns besonders interessiert in einer Zeit, in der unsere Projekte uns alle ein wenig futil vorkommen, weil sie Hoffnung ins Hoffungslose investieren."
So wird der Leser zum Gewährsmann des Autors. Denn Ripplinger wähnt uns im Einvernehmen darüber, uns sehenden Auges auf das Hoffnungslose zu gründen. Entsprechend wird die Künstlerexistenz zur Apotheose unserer eigenen, zum "Modellfall für das Leben als vergeudete Mühe." Des Künstlers Streben verpufft in Vergessenheit und Ignoranz.
Doch Ripplingers Vergeblichkeit unseres Seins ist so düster nicht. Zunächst einmal gilt sie ihm nicht als Grundkonstante, sondern als historisches Konstrukt. Vergeblich ist unsere Existenz erst, seit sie uns etwas geben soll. "Sie ist dadurch zu einem Unternehmen geworden, das einer Kosten-Nutzen-Abwägung unterworfen ist."
In diesem Spiel hat der Künstler, als "überflüssigster Mensch im Kapitalismus", die schlechtesten Karten. Hiermit ist nicht nur das Reizwort gefallen, sondern auch der einzige wirkliche Gegner benannt, zugleich Ripplingers Basis. Denn das Vergebliche setzt sein Gegenteil voraus, etwas, das sich lohnt. Diese Annahme entspringt einer Ökonomie des Gebens und Nehmens. Jede Gabe erfordert eine Gegengabe, keine Leistung läuft ins Leere. Verausgabung ohne Zweck ist nicht vorgesehen. Geschieht sie dennoch, ist sie vergeblich.
Nutzlos ins Leere verpufft: Diese Verzahnung von Kapitalismus und Vergeblichkeit ist Ripplingers Brille, mit der er auf Denker wie Künstler des 20. Jahrhunderts blickt, zum Beispiel auf den Allrounder Dieter Roth: In einer Schweizer Lokalzeitung hatte dieser über hundert Anzeigen geschaltet. "Zwei Tränen sind besser als eine Träne!", "Die Kühe haben uns die meisten Filetsteaks serviert!" und andere Mitteilungen unklarer Funktion, doch oft ökonomischen Inhalts, waren zwischen Annoncen für Hochzeitsfotografen und Verdauungspillen zu finden. Als Kunst wie Werbung nutzlos, verpufften sie ins Leere.
Überaus nützlich schienen dagegen die handgemalten Schecks, mit denen Marcel Duchamp seinen Zahnarzt entlohnte, spätestens dann, als der Kunstmarkt den Arzt eingeholt hatte.
In den literarisch-philosophischen Positionen von Georges Bataille, Samuel Beckett, Maurice Blanchot oder William Bronk, denen Kunst nicht nur als vergeblich galt, sondern vergeblich sein sollte, sucht Ripplinger nach Nähe, Ferne oder gar Analogien zum Kapitalismus.
Dabei wird der Kampf gegen den Giganten zum Kampf gegen Windmühlen. Denn der Versuch, dem Kapitalismus mit Vergeblichkeit zu trotzen und sich dem Diktat der Effizienz zu entziehen, lässt die Vergeblichkeit, einer Schimäre gleich, schwinden. Vergeblich sind Werke nur, solange sie sich nicht vergeblich nennen. Das gleiche gilt für das Leben.

Stefan Ripplinger: Vergebliche Kunst
Matthes und Seitz, Berlin 2015
100 Seiten, 10,00 Euro

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Stichwort: innere Unabhängigkeit. Ich stimme mich sehr gerne in Ihre Gedanken ein. Sie treffen da mitunter auch wirklich meinen Nerv. Thomas Bernhard schreibt u.a. auch im Duktus des Alten Testamentes, das hat mich sehr beeindruckt.
Peter D.
PS.: keine Absage ans Malen, (ich bin ja kein Maler) - vielleicht ist es ein Kunstwerk, das nur die Möglichkeit eines Werkes bedeutet, auf ein mögliches Werk hindeutet:
Malkasten an der Wand

Am 09.12.2015 um 18:06 schrieb Maria:
Betreff: Re: ... und anderswo ... Nachtrag

... nach einer Pause. War ein paarmal in der Natur, da ist mir aufgefallen: es gibt auch "wichtige" und "nebensächliche" Landschaften (siehe unser Freund Th. B.). Die Wichtigen, das sind für mich die Panorama- oder "Bilderbuch" - landschaften. Da ist alles da, nichts braucht oder kann man hinzufügen, kein "Geheimnis". Die nebensächlichen Landschaften, das sind die eher Leisen, Unspektakulären. Da bleibt Raum für mich selbst, da kann ich träumen, Stimmungen, Gedanken entwickeln. Da gibt es "Möglichkeiten" ( ! ) Bin ich eine Romantikerin?

Also die Möglichkeiten: ein sinnreiches Bild (BILD: Malkasten an der Wand). Phantasien von Möglichkeiten, möglichen "Werken", Lebenssituationen, Beziehungen sind was sehr schönes. Und oft eine arge Belastung, wenn es um die Realisierung derselben, d. h. Beschränkung, Entscheidungen etc. bis hin zum Scheitern geht. Das ist, wie ich finde, im Leben und beim Malen ziemlich ähnlich. "Wenn es eine Möglichkeit gibt, muß es auch eine Wirklichkeit geben" hab ich mal vor vielen Jahren ein Bild genannt. (Damals habe ich Gartenzwerge gemalt).
Maria

... Gartenzwerge ? vom Motiv her sind sie unschlagbar, also Bilderbuch Kandidaten. Die würde ich gerne mal sehen.
Peter D.

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Am 29.11.2015 um 20:46 schrieb Maria:
Betreff: Re: ... im Lichtenberghaus und anderswo ...

Zu den beiden Bildern: ein Spiel mit dem (alten) Trio Punkt - Linie - Fläche ? Optisch reizvoll, ganz gut und fein gemacht. Mich interessiert: was g e n a u ist das vom Denken her gestrige daran, das ich wohl sehe? (In der Erinnerung, "auswendig", schrumpfen die Bilder für mich , werden irgendwie kleinlicher, und wenn ich sie dann nochmal anschaue, werden sie wieder frischer). Was macht ein Bild, bzw. das Denken dahinter, n i c h t "gestrig" ? Was macht z.B. einen Philipp Guston oder einen Martin Kippenberger oder auch eine Maria Lasnig (in meinen Augen) n i c h t gestrig ? Ist es eine (innere) Unabhängigkeit, Rücksichtslosigkeit, Kompromißlosigkeit ? Eine radikale "Sturheit" ? Eine Fähigkeit, zu blitzartigen geistigen Querverbindungen? "Was ist das, was das ist", hab ich in einem der Texte von Kunst-Forschung oder scrollheim gelesen und - was mir besonders gefällt - .... "der nicht sofort in Sinn aufgehende Überschuss"... Trotzdem: Was g e n a u ist n i c h t gestrig und warum? Jedenfalls: Kunst-Forschung regt zum Fragen stellen an.
Maria

Auch Sie setzen sich sehr ernsthaft mit den aufgeworfenen Fragen auseinander. Das finde ich schön, anregend auf Gegenseitigkeit beruhend. Sie haben auch vieles in meinem Sinn richtig beschrieben oder zurecht gerückt. Jedenfalls ist hier nicht das Ende der Fahnenstange der Kunst erreicht.
= Die Antwort ist das Unglück der Frage =
wird Novalis zugeschrieben, konnte ich aber nicht nachweisen.
Eigentlich ist immer alles offen, wenn man den Mut hat, etwas Abstand zu nehmen von Alltäglichkeiten - (ist nicht einfach) - wie man weiss.
Noch einmal: Trotzdem: Was g e n a u ist n i c h t gestrig und warum?
Eigentlich kann ich das nicht beantworten. Ich denke wichtig ist, dass das, was man macht, nicht eine Wiederholung des Gestrigen ist (man sollte die letzten 300 Jahre Kunstgeschichte kennen), sondern dass es immer auch einen Anker in einem Selbst haben muss, der in der Gegenwart befestigt ist und das hat mit den von Ihnen genannten Voraussetzungen: eine (innere) Unabhängigkeit, Rücksichtslosigkeit, Kompromißlosigkeit ? Eine radikale "Sturheit" ? Eine Fähigkeit, zu blitzartigen geistigen Querverbindungen? zu tun. Es ist nicht das Genie, das aus dem Nichts schöpfen konnte, nicht mehr das Talent, das mit dem Bauhaus abgedankt hat, zur allgemeinen Voraussetzung geworden ist - es ist nicht das Einzelbild des Künstlers, vielleicht ist es nur noch die Haltung, die sich aus all seinen Werken, Rücksichtslosigkeiten und Äußerungen erkennen lässt. Vielleicht so, oder ähnlich.
Peter D.

Noch was zur (inneren) Unabhängigkeit: ... hab Thomas Bernhard gelesen. Er teilt die Menschen ein u.a. in welche, die "wichtig gehen", "Wichtiggeher" und solche, die "nebensächlich gehen" .... - "zu den Wichtiggehern", schreibt er, "rechne ich auch dreiviertel der gesamten Intelligenz. Wichtig gehen die Journalisten, die Schriftsteller, die Künstler, die ganze Beamtenschaft geht wichtig ..." und: "ganz n e b e n s ä ch l i ch e Schritte gehen, einen ganz und gar nebensächlichen und also genialischen Gang gehen nur die im Geiste Unabhängigen. Aber wann sehen wir schon einen ..."
Ich mußte sehr lachen.
Maria
P.S. Was Sie schreiben von der "Haltung, die sich erkennen läßt ..." finde ich sehr zutreffend

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an die Freunde und Gegner der KunstForschung,
auf meine mail zu der Ausstellung im Lichtenberghaus ist reagiert worden:

Am 25.11.2015 um 10:48 schrieb Ute Gruenwald:
lieber peter,
was du da als mail versandt hast, finde ich doch recht bedenklich: es sind kaltschnäuzige, undifferenzierte und unreflektierte, gedankenlose aussagen.
natürlich sind bbk-ausstellungen nie das "gelbe vom ei". aber was da in deiner mail passiert, halte ich für brutale "intellektuelle machtausübung", die niemandem nützt. auch "im kleinen" muss manchmal gedacht werden.
gruß, ute
Von meinem iPad gesendet

Ute Gruenwald habe ich geantwortet:
...  ja, vielleicht etwas zu pointiert - der Netzschrieb - aber:
- es sind kaltschnäuzige, undifferenzierte und unreflektierte, gedankenlose aussagen. -
ist ja mindestens ebenso daneben.
Genial Daneben statt Beweihräucherung, ich will mich auch nicht einfach nur beliebt machen.
Übrigens habe ich auch anders lautende Zuschriften, die es z.B. mit Humor nehmen - Peter

eine typische Reaktion:
Hallo Herr Dimke!
Ein Lachlichtblick heute morgen Ihre mail! (...)
Anonymous

am besten hat mir diese kurze mail gefallen:
Bissiger Stil. Gefällt mir.
Dein Paul

am schönsten und sinnvollsten allerdings ist wohl so etwas:
Vielen Dank für die Rückmeldung Herr Dimke,
schade, dass wir am Samstag nicht ins Gespräch gekommen sind, wobei ich zugeben muss, dass ich mich gerne mit Ihnen über meine Installation im Gewölbekeller unterhalten hätte und zwar vor den Werken, und auch gerne der Frage nachgegangen wäre was “zeitgemäße”Kunst sein kann. Sollten Sie wieder einmal ins Künstlerhaus kommen (...)  bis dahin,  Sabine Harton

also:
...  ich bin heute um ca. 17:30 h im Lichtenberghaus, um mich noch einmal in Ruhe umzusehen und werde auch in den Gewölbekeller schauen, wo ich bis jetzt noch nicht gewesen bin. Wenn Sie dort anwesend sind, können wir ins Gespräch kommen, wie Sie angeregt haben - ansonsten später einmal -
bis dahin,  Peter Dimke

Ich bin dann dort gewesen und habe die Arbeit von Sabine Hartung gesehen und wir haben uns darüber ausgetauscht: 
...  der Gewölbekeller ist mir im Kunstzusammenhang irgendwie suspekt. Ich denke, Kinder können sich da richtig austoben und sich auch gruseln. Auf Ihre Arbeit vor schlichten weissen Wänden, würde ich gern noch einmal zurückkommen, weil sie Substanze hat und mit der Region verbunden ist. Jedenfalls: Ihre Einstellung zur Kunst und die daraus entspringende Haltung, hat mir gefallen (...)
Peter D.

...  weiteres zur Installation (Video: weisses Kleid im Wasser der Leine) :  http://www.sabe-art.de/home.html

Zu anderen Werken kann ich hier nicht ausführlich werden, allerdings ist mir eine Arbeit aufgefallen, eine kleine Papierarbeit für 1.800 €, wenn ich das richtig erkannt habe (eine Kunstmarkt-Kritik?). Von Daniel Richter konnte man allerdings vor kurzem eine Arbeit für 1.200 € erwerben. Noch einmal zu dem Vortrag bei der Eröffnung. So eine Sammelausstellung zu moderieren ist eine, wie ich meine, undankbare Aufgabe. Man kann ja gar nicht allen Künstlern gerecht werden. Außerdem denke ich, da müsste man etwas vortragen, das mit den einzelnen Bildern offensichtlich nichts zu tun hat - aber in anderer Weise zu der ganzen Ausstellung passt, also: ein künstlerischer Beitrag ? vielleicht - okay - wie auch immer.
Anschließend war ich im Apex, habe Spitzkohlroulade mit Schafskäse und Curry Linsen gegessen. Aus dem Göttinger Tageblatt habe ich die Seiten über Christiane Möbus herausgenommen (ja, was ist denn hier los?). Ich habe mit ihr vor Zeiten in Braunschweig unterrichtet und Meisterschüler-Prüfungen abgenommen. Ihr Name auf dem Denkmal, ja, das war ihre Entscheidung - aber: in zwei, drei Jahrzehnten erinnert man sich nicht mehr unbedingt an sie - aber die Gebrüder Grimm sind dann immer noch aktuell.
Peter D.


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... am 21. Nov. 2015 war ich abends in einer Ausstellung der Göttinger BBK Künstlerriege. Eine örtliche Kunsthistorikerin konnte aus Oberflächen verschiedener Werke Kunstquark herstellen: sie hatte die Gabe, Kunst wegzuerklären - wirklich ein Musterbeispiel.
Wenn´s nun immer wieder um Bilder gehen soll - ich habe eins gefunden, das war gedanklich wohl von gestern und kann auch für andere Arbeiten dort gesehen werden (aber: man muss etwas Neues machen, um etwas Neues zu sehen, sagt Lichtenberg) also: es hat mich irgendwie interessiert. (weiter unten).
Eine Kulturhistorikerin aus Bremen, dazu: „Kunstquark“ - Kunst wegzuerklären – das sind schöne Formulierungen. Ich wäre gern dabei gewesen, um Beispiele von Kunstquark zu sehen. Ich bin ganz und gar keine Spezialistin, aber vielleicht wäre mir ja auch etwas aufgefallen. (...) Beim Betrachten Deines Doppelfotos kam mir die Auslage eines Juweliers in den Sinn. Danke, Du lässt mich auf diese Weise an der Kunstausstellung teilnehmen.
War es wirklich diese Schmuck-Assoziation, die den Reiz der Arbeiten für mich auslöste?
Und noch eine Aufnahme, vor allem auch des schönen Raumes wegen (weiter unten).
Zu computergestützten Fotografien und Video-Aufführungen möchte ich mich hier nicht einlassen, da gelte ich (durch eigene Tätigkeit) zurecht als befangen.
Nach meinen aufhübschenden Einblicken im Lichtenberghaus ging ich heimwegs am Deutschen Theater vorbei und habe sozusagen aus nächtlichem camouflage ausgelöst (weiter unten).
Da fiel es mir auch wieder ein: in Göttingen, in Göttingen, von Barbara.
Am nächsten morgen hörte ich im Stadtradio: Göttingen ist die schönste Stadt in Niedersachsen. Sagen wir: das schönste Uni-Städtchen dort. Auf jeden Fall: die schönste Uni-Stadt in Südniedersachsen, - ja, das geht dann wohl auch nicht anders -
Peter D.



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Kunstforschung ist ein tradierter Begriff sowohl der Musiksoziologie, der Kunstgeschichte als auch der Philosophie.
Unser Anliegen ist es, ihn zu aktualisieren und im Sinne der Kunst sowie um´s Kuenstlertheoretische zu erweitern.
Ausgehend von der Geschichte der KuenstlerTheorien nehmen wir eine konzeptionelle Haltung im Sinne der Kunst ein.

Das Ineinanderlegen von Kunst und Wissenschaft ist ein problematisches Feld,
auf dem immer wieder quasi interdisziplinaer argumentiert wird.
Wir selbst bleiben dem Begriff Kunstforschung treu, sehen ihn aber weiterhin in der Bildenden Kunst verwurzelt.
Die Erweiterung im Sinne der Bildenden Kunst: KunstForsch

Der Begriff Kunstforschung wurde in den letzten Jahren vielerseits einer Abwertung unterworfen,
indem (im einfachsten Fall) durch einen vorgetragenen wissenschaftlichen Anspruch z.B. versucht wurde,
leichter Foedergelder akquirieren zu können.

Unter KunstForsch verstehen wir, aufgrund langjaehriger Erfahrungen,
die Uebertragung konzeptioneller Strategien aus der bildenden
Kunst in philosophisch-kulturelle Kontexte und / oder:
hier als Redaktion in gesellschaftlicher Anwendung.

Die Redaktion KunstForsch, SNS / SuedNiederSachsen
gehoert zum Scrollheim Magazin
Scrollheim / Print ISSN 0939 - 9224
Scrollheim.de / Netz ISSN 1610 - 1278
verantwortlich: Dr. Peter Dimke ©
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Institut fuer KunstForschung:
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